Jean-Jacques Kantorow (* 3. Oktober 1945 in Cannes) ist ein französischer Geiger und Dirigent russischer Herkunft.
Kantorow hatte zunächst Unterricht am Konservatorium von Nizza und kam dreizehnjährig ans Conservatoire de Paris, wo er bereits im Folgejahr den ersten Preis im Fach Violine erhielt. Er gewann in den 1960er Jahren mehrere Violinwettbewerbe, darunter den
Carl-Flesch-Wettbewerb in London, den
Paganini-Wettbewerb in Genua und den internationalen Violinwettbewerb in Genf.
In mehr als 130 Aufnahmen spielte Kontorow das Standardrepertoire für Violine ein.
Glenn Gould bezeichnete ihn als den originellsten Geiger, den er je gehört habe. Er trat mit Musikern wie
Georg Solti,
Daniel Barenboim,
Paul Tortelier, Kristian Zimerman,
János Starker, Maria João Pires,
Gidon Kremer,
Edith Wiens und
Renée Fleming auf und gründete 1969 mit dem Pianisten
Jacques Rouvier und dem Celiisten Philippe Muller ein Klaviertrio.
Kantorows Laufbahn als Dirigent begann in den 1970er Jahren. Nachdem er 1977-78 das Orchestre de Paris und dann bis 1984 das
Netherlands Chamber Orchestra geleitet hatte, wurde er 1985 Chefdirigent des
Auvergne Chamber Orchestra und 1993 des
Ensemble Orchestral de Paris. Als Gastdirigent arbeitete er u.a. mit dem
BBC Chamber Orchestra, der
Tapiola Sinfonietta und dem
Helsinki Chamber Orchestra. Als Violinlehrer wirkte er an den Konservatorien von Strasburg und Rotterdam und am Conservatoire de Paris.